Dipl.-chem. Dr. phil. nat. Lutz Bräutigam

geb. 1968 in Lüneburg, verheiratet, ein Kind

Lebenslauf

Ausbildung und Beruf

1987 Abitur

1987-1989 Bundeswehr/Zivildienst

1989-1995 Chemiestudium in Erlangen und London

1996-1999 Pharmaberater

1999-2003 Promotion und Laborleitung am Institut für klinische Pharmakologie in Frankfurt a.M.

seit 2003 Hausmann

Engagement

1988-1989 Vertreter der Zivildienstleistenden des DRK-Rettungsdienstes in Peine

1991 – 1993 Fachschaft Chemie

1992 – 1994 Greenpeace Kontaktgruppe Mittelfranken, Klimagruppe

2005-2007 Elternbeirat im Montessori-Kinderhaus in Röttenbach

seit 2007 Kirchenmusikprojekt der Evang. Kirchengemeinde Hemhofen

seit 2008 Pro Schule e.V. Förderverein der Volksschule Hemhofen

und seit Herbst 2013 Mitglied im Verein der FFW Hemhofen

Politik

seit 2004 Mitglied Bündnis90/Die Grünen

seit 2005 Beisitzer im Kreisvorstand des KV Erlangen-Land

2007-2009 Sprecher des grünen Landesarbeitskreises Hochschule-Forschung-Technologie

2009 Direktkandidat für den Bundestag im Wahlkreis Erlangen und Erlangen-Höchstadt (bisher bestes Ergebnis eines grünen Kandidaten im Wahlkreis)

2013 Wahlkampfkoordinator des Kreisverbands für Bezirks-, Lantags- und Bundestagswahl

Oktober 2013 Sprecher des Grünen Bürgerforums Hemhofen Bündnis90/Die Grünen (OV Hemhofen-Zeckern)

Warum ich Politik mache

Politiker werden

Seit nun 15 Jahren wohne ich in Hemhofen. In dieser Zeit habe ich promoviert, mein Sohn wurde geboren und ich erhielt eine Anstellung als Hausmann. So habe ich die letzten Jahre hier in der Gemeinde von morgens bis abends gelebt, habe Besorgungen gemacht, war im Ort unterwegs und habe mit dem Aufwachsen meines Sohnes Hemhofen & Zeckern kennen und schätzen gelernt.

Nebenbei bin ich als Grüner politisch aktiv geworden. Aus der Grundüberzeugungen raus, dass ich eine Verantwortung unserer Umwelt und unseren Kindern gegenüber habe. Aktiv aus der Einsicht, dass ich, wenn ich bestimmte Veränderungen will, selber aktiv werden muss.

Ich wohne und lebe gerne in unserer Gemeinde. Ich hatte nicht von Anfang an vor, in dieser Gemeinde für den Gemeinderat zu kandidieren oder sogar für das Amt des Bürgermeisters. Welche Chancen sollte auch ein aus dem Norden Zugereister haben? Lange hatte ich diese Meinung, und war politisch deshalb auf Landes- und Bundesebene aktiv.  Da könnte ich doch mehr erreichen, dachte ich. Bis man mich um die Aufregungen um den Bau der Kläranlage bat, auch in der Gemeinde politisch aktiv zu werden.

 

Mein Misfallen als Bürger

Die Entwicklungen in unserer Gemeinde habe ich in den letzten 11 Jahren immer aufmerksamer mitverfolgt. Zunehmend hat mich die politische Kultur, oder meiner Ansicht nach Unkultur in der Gemeinde Hemhofen gestört. Und ich war nicht alleine. Mit mir ärgerten sich immer mehr Bürger über die Intransparenz der Entscheidungen. Die Trägheit und Diskussionsunlust des Gemeinderates hat uns verwundert.

Tischvorlagen wurden ohne Nachfrage akzeptiert, schwerwiegende Entscheidungen wurden unter Zeitdruck durchgejagt. Und nur selten hat sich eine Gemeinderätin oder ein Gemeinderat kritisch geäußert. Wurde doch mal eine andere Meinung im Gemeinderat geäußert, wurde diese nicht selten in persönlich verletzender Form beiseite gewischt. Bürgeranträge wurden ignoriert oder mit merkwürdigen Argumenten abgewiesen. Eine kontrollierende Funktion des Gemeinderates konnte ich nicht erkennen.

Immer mehr Menschen war die Gemeindepolitik nicht mehr verständlich. Vermeintliche Erklärungen erwiesen sich als Ausreden. Nicht nur ich, viele Bürger fühlten sich von der Gemeindepolitik nicht ehrlich behandelt.

Aktiv werden für die Gemeinde

Ich kam den Tag über in der Gemeinde rum, hatte viele Kontakte und Gespräche. Nach der letzten Kommunalwahl wurde ich das erste Mal gebeten, politisch vor Ort aktiv zu werden. Da wiegelte ich noch ab, dass ich doch zu wenig Verankerung in der Gemeinde hätte. Ich war bei Pro Schule und spielte im Kirchenorchester mit. Sonst hatte ich keine Vereinsmitgliedschaften.

Die Bitte, aktiv in die Gemeindepolitik zu gehen, wurde immer häufiger an mich herangetragen. Viele waren es nicht, aber sie wurden immer mehr. Menschen, die kein Vertrauen mehr in diejenigen Gruppen hatten, die die Gemeindepolitik der letzten Jahre bestimmt haben.

Auch ich wollte eine Gemeinde, zu der ich ein Vertrauen haben kann. Ich wollte, dass die Politik in Hemhofen endlich modern und transparent wird. So begann ich, einen grünen Ortsverband aufzubauen. Ich veranstaltete Treffen und zeigte mich auf den Dorffesten.

Beim letzten Dorffest entschied ich mich schließlich, als Kandidat für das Bürgermeisteramt anzutreten. Ich hatte kein Vertrauen in die benannten Kandidaten und ihre Parteien, dass diese eine moderne und transparente Politik durchsetzen werden. Wenn ich eine neue Politik wollte, so meine Überzeugung, musste ich selber antreten.

Eine neue politische Kraft

Mir haben sich Bürger dieser Gemeinde angeschlossen, die wie ich eine neue Politik wollen. Sie möchten eine für jeden Bürger verständliche Politik, eine transparente Gemeinde, zu der sie wieder Vertrauen haben können.

Wir sind jetzt acht Bürger dieser Gemeinde, die gewillt sind, aktiv im Gemeinderat zu arbeiten. Wir leben gerne hier. Deswegen werden wir uns einsetzen: Für die Gemeinde, für ihre Bewohner.

Verantwortung übernehmen

Ich bin ein Bürger dieser Gemeinde, der bereit ist, die Verantwortung zu übernehmen, die das Bürgermeisteramt mit sich bringt. Ich bin bereit, die Verantwortung dafür zu übernehmen, dass wieder Vertrauen in unsere Gemeinde kommt. Ich bin bereit, mich den sehr schwierigen Aufgaben zu stellen, vor denen unsere Gemeinde steht, Entscheidungen zu treffen und dafür gerade zu stehen. Aber ich möchte nicht alles alleine machen. Ich wünsche mir einen kritischen Gemeinderat und interessierte Bürger, die ihre Ideen und Vorstellungen mitteilen und einbringen wollen.

Ein Versprechen

Ein Versprechen kann ich geben: Ich bin unabhängig. Ich besitze kein Land, ich habe keine Verpflichtungen privater oder beruflicher Art, niemand erwartet von mir politische Zugeständnisse. Ich habe nur die Verpflichtung als gewählter Mandatsträger für Die Gemeinde und ihre Bewohner zu arbeiten.

Mehr Versprechungen kann und möchte ich nicht machen. Dies wäre in der jetzigen Situation unaufrichtig. Zuerst muss klargestellt werden, wie die Situation der Gemeinde nun tatsächlich ist. Welche Projekte stehen an, was muss, was kann gemacht werden? Was kann und will sich die Gemeinde leisten?

Auch ich habe Wünsche

  • Ich möchte eine transparente, ehrliche und vorausschauende Politik. Als Bürger möchte ich Informationsfreiheit.
  • Die Finanzlage soll sich verbessern, damit die Gemeinde wieder kreative Gestaltungsmöglichkeiten hat, ohne ein „Kaputtsparen“.
  • Ich möchte, dass die Schule und die Musikschule erhalten bleiben.
  • Ich möchte eine kommunale Energiewende, die von den Bürgern gestaltet wird.
  • Wir haben eine schöne Kulturlandschaft, die ich erhalten will. Deswegen will ich keine neuen Bauflächen am Ortsrand, sondern die Möglichkeiten im Ort ausschöpfen.
  • Ich möchte, dass wir die Gemeinde der Bio-Landwirtschaft werden
  • Ich möchte eine Gemeinde, die innovative Architektur zulässt.
  • Ich möchte mich auch als alter Mensch hier wohlfühlen.
  • Ich möchte hier noch vierzig Jahre leben.

Warum Grün?

Die Grünen sind als Partei nicht dogmatisch. Deswegen erscheinen die Grünen vielen als zu flexibel. Übersehen sie dabei jedoch die tragenden Säulen.

Das grüne Thema und der Kern grüner Politik ist der Erhalt der Umwelt. Mit Umwelt ist unser Lebensraum gemeint. Vom Grashalm bis zum Ozean. Es geht um die Ringelblume auf der Naturwiese hinterm Haus, wie den Erhalt der Wälder am Amazonas. Das Ausmaß der Veränderungen, die wir als Menschen absichtlich oder unabsichtlich verursachen, überschreitet regionale Grenzen und betrifft den ganzen Planeten. Diese Veränderungen betreffen auch die Zukunft, da sie das Ökosystem massiv verändern können. Der Erhalt einer lebenswerten Umwelt ist die generationenübergreifende Verantwortung, die wir in dieser technologischen Zivilisation haben. Aus dieser Erkenntnis heraus leiten sich die vielen Facetten grüner Politik ab. Grüne Politik bedeutet vernetzt zu denken, an das Morgen und das Übermorgen zu denken. Grüne Politik bedeutet Verantwortung übernehmen zu wollen. Da hinein passen nicht politische Modelle, die auf kurzfristige Erfolge abzielen, in der Politik oder in der Wirtschaft.

Grüne Politik denkt über die Grenzen hinweg. Der Vernetzung unseres wirtschaftlichen und privaten Lebens muss eine ebenso vernetzte, weltweite Politik gegenüberstehen. Daher das grüne Engagement, für Europa und für die Welt.

Eine konsequente Umweltpolitik bedeutet für Grüne ein immer wieder notwendiges Abklopfen anstehender Entscheidungen auf die Folgen. Die Entscheidungsfindung ist mühevoll, aber sie lohnt sich. Grüne Politik ist häufig ihrer Zeit voraus. So haben die Grünen Standards durchsetzen können, auch aus der Opposition heraus. Jüngstes Beispiel ist die Energiewende, die in Deutschland viele und auch mächtige Befürworter in Industrie und Gesellschaft hat.

Ein anderes Thema der Grünen ist die gemeinsame Entscheidungsfindung. Die gelebte grüne Basisdemokratie ist seit der Gründung der Partei immer wieder ein beliebtes Thema für die Presse. Doch in dem scheinbaren Chaos liegt eine lebendige, frische, mutige, manchmal anarchistische Diskussionskultur, die immer zu einem Ergebnis führt. Grüne haben keine Angst vor der Auseinandersetzung. Sie lassen sich auch gerne von guten Argumenten überzeugen. Denn es geht ihnen nicht darum Recht zu haben, sondern eine gute Politik zu machen. Fälschlicherweise wird dies den Grünen als prinzipienlos angekreidet.

Aus den Erfahrungen der parteieigenen Diskussionen erwächst die tiefe Überzeugung zur Demokratie. Aus dem Wissen, dass politische Mitbestimmung aller auch eine wirtschaftliche Teilhabe aller bedingt, erwächst die Überzeugung zu einer sozialen Gesellschaft. Aus dem Bekenntnis zur sozialen Gesellschaft folgt die Forderung nach Bildung und Kultur. Denn nur gebildete Menschen und Menschen mit Kultur können eine friedvolle und soziale Gesellschaft formen.

Hier nun trifft grüne Politik auf den einzelnen. In seiner Kommune kann jeder Bürger gehört werden. Die Taten eines jeden einzelnen, so unbedeutend sie scheinen, erwachsen in der Gemeinsamkeit mit seinen Mitmenschen zu großen Leistungen. Wir alle sind die Gestalter unseres Lebens, unserer Umwelt, unserer Gemeinde. Wir sollten uns nicht einreden lassen, dass nur „Eliten“ entscheiden sollten. Dass wir der Spielball großer Mächte sind. Grüne glauben an die Menschen, an das gemeinsame Handeln.

Ich glaube an die Macht der Politik vor Ort!

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